Vorbereitung: Ablassen des Achsöls
Laut Betriebsanleitung sind in jeder Halbachse (genauer im Planentengetriebe) 1,5 Liter Getriebeöl. Also weg damit! Zuerst oben die Einfüll- und Entlüftungsschraube öffnen, dann unten die Ablassschraube ...
Beim Auto sind wir ja gewohnt, dass da in einem schönen Bogen schwarze Öl rauskommt. Hier? Nix ...
Also mal drunter geschaut und was seh'n die entzündeten Augen? Da kommt gaaaanz langsam irgendwas raus, was aussieht, als würde da drinnen jemand auf eine Zahnpastatube drücken!! Mit so was hab ich nicht gerechnet - daher leider kein Foto!
Wenn da in Summe ein halber Liter "Ölgatsch" rausgekommen ist, war's schon viel!
Demontage der Radnabe samt Planetengetriebe
Schrauben vorher gut mit einem Rostlöser (meine Empfehlung Innotec Multispray 1000) einsprühen und alles ordentlich abstützen - hat doch einiges an Gewicht.
Was sehen wir denn hier alles Interessantes?
Keine Kork- oder Papierdichtung - also war es schon einmal demontiert! Sieht man leider auch am versunkenen Bolzen für das eine Planetenrad. Wieder mal so ein versteckter Hinweis auf die Qualität von Steyr - Bolzen weg heißt, Planetenrad sitzt nicht mehr korrekt und eiert da drinnen munter rum - trotzdem ist das Ding gefahren! Ohne Geräusche, ohne Schaden am Planetenrad oder Planetenträger bzw. Innenzahnkranz ... . Einzig die untere Anlaufscheibe des Bolzens - quasi die Beilagscheibe - ist ein wenig unförmig.
Jetzt noch die Nabe weiter zerlegen, denn irgendwo muss sich ja auch noch der undichte Dichtring verstecken! Wie man gut sehen kann, ist "undicht" die Untertreibung des Tages! Am Lagergehäuse klebt wahrscheinlich gestocktes Öl der letzten drei Jahrzehnte.
Der Dichtring (O-Ring) liegt in einer kleinen Senke der Hinterachswelle - am besten noch am letzten Bild zu erahnen! Er war halt leider kein O-Ring mehr, sondern eher ein "I"-Ring - also völlig platt.
Demontage des Achstrichters
Bevor man den eigentlichen Achstrichter abmontieren kann, müssen alle Verbindungen zum Unterlenker und zur Stützstrebe gelöst werden. Auch die Verschraubung zur Frontlader-Konsole muss geöffnet werden.Weiters ist das Trittbrett zu entfernen. Das Lagerblech habe ich ebenfalls gleich komplett abmontiert.
Bevor es nun tatsächlich zum Abnehmen des Achstrichters geht, habe ich noch die Rückstellfeder der Bremsbacken abgenommen. Die Feder und das Winkelblech sind in bemitleidenswürdigem Zustand und müssen später auf jeden Fall erneuert werden. Der Achstrichter ist ordentlich abzustützen, da er sehr schwer ist und sonst das Gewicht auf der durch den Achstrichter laufenden Welle ruhen würde.
Nach dem Abau des Achstrichters kann man dann die Bremseneinheit zerlegen und sich an den tollen Dingen erfreuen, die da zum Vorschein kommen! Gammel, Dreck und Rost wohin das Auge blickt. Das Innere der Bremstrommel war wohl mal auch das Zuhause von irgendwelchem Getier. Wen wundert's also, dass die Bremsen nicht mehr so wirklich funktionieren?




















