Nachdem nun die linke Hinterachshälfte (Achstrichter) komplett demontiert ist, ist es naheliegend auch den Lagerflansch (Abdeckung zum Zwischenachsgehäuse) abzunehmen. Warum?
Wie am ersten Foto erkennbar ist, sitzt im Lagerflansch auch ein Wellendichtring. Dieser dichtet die Ritzelwelle (sieht man am letzten Foto - dort habe ich sie mal ins Differntial hinein gesteckt) gegen das Zwischengehäuse ab. Wenn schon der Achstrichter herunten ist, wird natürlich auch dieser O-Ring ausgetauscht - dazu muss der Lagerflansch natürlich abmontiert werden.
Bevor mit der Arbeit begonnen wird, sollte man tunlichst das Getriebeöl ablassen. Achtung wird reden hier von 33,5 Litern, die an drei (3!) Ölablassschrauben (eine am Getriebe und zwei am Zwischenachsgehäuse) abgelassen werden müssen. Getriebe und Differntial werden vom gleichen Öl geschmiert!
Der Flansch selbst wird nur durch zwei (2) Schlitzschrauben (rote Pfeile) gehalten. Auch wenn man diese löst, hat der Flansch keine Lust sich zu lösen - klar: er wurde ja in den 60er-Jahren mittels Papierdichtung, sollte schon später einmal daran gearbeitet worden sein, mittels Dichtmasse gegen das Zwischenachsgehäuse abgedichtet! Und das hält bombenfest. Gott sei dank, haben die Ingenieure von Steyr schon an dieses Problem gedacht und uns armen Restaurierungsdummies die Lösung in den Flansch eingebaut: Wer genau schaut, sieht zwei ungenütze Gewindebohrungen (M8, blaue Pfeile)! Dort dreht man einfach zwei M8er-Schrauben rein und drückt damit den Lagerflansch vom Zwischenachsgehäuse weg - genial (einfach)!!
Am abgenommenen Flansch kann man gut den Ölstand sehen. Auch zum ordentlichen Reinigen vom alten Ölschlatz empfielt sich die Abnahme des Flansche, denn jetzt kann man mit einem alten Fetzen den Boden des Gehäuse reinigen.




