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Montage linke Halbachse

RitzelwelleNach Putzen, Lackieren und dem Ersetzen der Verschleißteile wird es Zeit, die Hinterachse wieder zusammen zu bauen. Neben den bereits erwähnten Wellendichtringen, sind hier im Besonderen die Bremsbeläge, die, wie damals üblich auf den Bremsbacken aufgenietet sind, zu erwähnen.

Zunächst die alten Beläge durch Aufbohren der Nieten entfernen. Dann am Setzkopf (der flache Kopfteil des Niets) einen Körnenpunkt setzten und den Niet am besten mit der Ständerbohrmaschine vorsichtig aufbohren - es soll nur der Niet aufgebohrt werden, nicht der Bremsbelag (dieser könnte, wenn er entsprechend alt ist, noch Asbest enthalten) oder gar die Backe.

Das Aufnieten der neuen Beläge ist nicht ganz so einfach - es fehlt einem immer eine Hand! Ich hab einen passenden Durchschlag so in einen Schraubstock gespannt, dass dieser den Setzkopf des Niets von unten am Platz hält. Der Bremsbelag liegt dann exakt und ohne Spiel auf den Backen des Schraubstocks auf. Darüber liegt die Backe. Die (fehlende) Hand hält Bremsbelag und Bremsbacke - Ihr könnt dann mit dem Nietkopfsetzer (und Hammer) den Schließkopf des Niets formen. Die Nieten am besten diagonal zu setzen, sonst fluchten zum Schluß die Bohrungen von Belag und Backe nicht mehr.

Bremsbacken mit neuen BelägenRitzelwelle im Achstrichtereingesetzte BremsbackenBremstrommel eingesetzt

Beim Zusammenbau der Halbachse hab ich zunächst die Ritzelwelle eingebaut und die Bremsbacken und die Bremstrommel eingesetzt. Wer glaubt, er kann die Federn zwischen den Backen soweit spannen, dass die Backen über die Bolzen passen - keine Chance! Federn einhängen, Backen zueinander klappen (sie liegen dann quasi nebeneinander) und dann über die Bolzen klappen. Damit verwendet Ihr quasi die Backen selbst als Hebeln, um die Federn zu spannen. Wenn man den "Dreh" mal heraußen hat, dann "flutscht's" fast von selbst! Zu guter Letzt, die Bremstrommel einsetzen. Spätestens jetzt weiß jeder, wozu diese die beiden hübschen Löcher hat.

Gewindestangen als FührungDichtmasseLagerflansch montierenAchstrichter aufschieben

Nach Demontage des Achstrichters vom Traktor war mir klar, dass ich mir für die Montage irgendetwas überlegen muss. Der Trichter des Steyr 288 - selbst noch ohne montierten Planetengetriebe - ist einfach zu schwer für eine Person, um diesen korrekt zu montieren. Bedenket, dass bei der Montage nicht nur die Ritzelwelle exakt fluchtend in ihr Gegenstück eingeführt werden muss, sondern auch Dichtmasse aufgetragen ist, die nicht verschmiert werden soll. Dann müssen auch noch die Schrauben gleichmäßig festgezogen werden, während das Gewicht noch zu halten ist. Selbst mit einem Helfer oder gar einer Helferin wird das kein Spaß!

Meine Idee: Über den Umfang verteilt habe ich vier (4) rund 250mm lange Gewindestangen in die Bohrungen der Befestigungsschrauben eingedreht. Zum Ein- und späteren Ausdrehen der Gewindestangen einfach am anderen Ende zwei Muttern (eine als Kontermutter) aufdrehen - jeweils an der hinterem kann man dann den Schraubenschlüssel ansetzen. Diese dienen mir als Führung des Lagerflanschs und Trichters und tragen gleichzeitig das (meiste) Gewicht.

Vor dem Zusammenbau nicht vergessen, die entsprechenden Flächen gehören neu abgedichtet. Bei der Auslieferung waren überall Papierdichtungen verbaut. Vorgefertigt sind diese schon lange nicht mehr erhältlich. Natürlich gibt es Möglichkeiten im Rahmen der Restaurierung, diese selbst herzustellen - Anleitungen dazu gibt es Internet. Nach Rücksprache mit Landmaschinenmechanikern habe ich mich aber für die inzwischen auch von Steyr selbst empfohlene Methode entschieden und Dichtmasse verwendet. Das von Steyr lt. Lagerhaus empfohlene Produkt: P4 automotive Flüssige Dichtung

AchstrichterAchstrichterAchstrichterLasche für Rückholfeder

Vergesst nicht, den Lagerflansch mit den zwei (2) Senkkopfschrauben festzuschrauben. Es könnte schon sein, dass Ihr den Trichter in ein paar Jahren abnehmen müsst, um die Bremsen zu erneuern. Der Lagerflansch soll dann das Öl (33,5 Liter!!) im Gehäuse halten!

Noch ein Tipp: zart auftragen, die Masse verteilt sich wirklich gut. Die herausquellende Masse ein paar Tage gut durchtrocknen lassen - dann kann sie ganz einfach mit einem Finger weggerubbelt werden.

Über die Führung der Gewindestangen war es kein Problem den Achstrichter samt der Bremseneinheit an das Zwischenachsgehäuse heranzuführen. Die letzten Millimeter habe ich dann mit neuen Befestigungsschrauben überwunden. Zunächst die Schrauben auf den freien Bohrungen setzen, dann die Gewindestangen entfernen und auch dort die Schrauben eindrehen. Achtung! Nicht auf die Lasche für die Rückholfeder vergessen! Auch hier am Besten immer diagonal arbeiten und auf die korrekten Vorspann- und Anzugsmomente achten!

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