Um für die kommende Probefahrt gerüstet zu sein, muss die improvisierte Abgasführung mittels Schlauch gegen das Endrohr des Auspuffs meines Steyr 288 getauscht werden. Dieses habe ich schon vor langer Zeit im Internet erworben und entsprechend vorbereitet.
Leider ist mir erst bei der Montage aufgefallen, dass der Flansch nicht exakt im rechten Winkel an das Rohr verschweißt wurde. Dies führt über die Gesamtlänge dazu, dass der unteste Teil des Rohres mit der Frontlader-Konsole kollidiert und damit eine Montage nicht möglich ist.
Zunächst dachte ich, dass es wohl nicht so schlimm sein kann, hier passenden Ersatz zu finden. Tatsächlich ist es leider so, dass diese Auspuffrohre nach unten durchaus selten sind und eigentlich immer Schäden aufweisen. Im Besonderen sind die letzten Zentimeter immer stark von Korrosion befallen und daher löchrig bzw. wurde das untestes Stück überhaupt bereits abgeschnitten.
Ich habe daher zunächst daran gedacht, das Auspuffrohr komplett neu zu fertigen und entsprechend Material besorgt. Bedauerlicherweise gibt es heutzutage aber keine Firmen mehr, die Auspuffrohre mit den nötigen Spezifikationen (Durchmesser 50mm, bei einer Wandstärke von 1,5mm) biegen können, da heute nur noch "kalt" mittels Biegemaschinen gearbeitet wird. Ich gehe davon aus, dass unsere Auspuffrohre früher mit Sand gefüllt wurden und dann heiß gebogen wurden. Wer sich dafür interessiert, sei das Video "Rohre biegen wie früher" auf youtube empfohlen. Vielleicht werde ich mich noch an diesem Verfahren versuchen.
Nachdem ich nun vier (4) alte Endrohre habe, wovon zwei (2) wirklich in einem erbärmlichen Zustand sind, eines leicht verbogen (siehe oben) und eines in brauchbaren Zustand ist, habe ich mich dazu entschlossen, das verbogene Rohr auszurichten und das gute möglichst perfekt zu machen. Weiters werde ich versuchen, aus den Neuteilen ein komplettes Endrohr zu schweißen.
Verbogenes Auspuffrohr
Um die leichte Biegung zu korrigieren, habe ich das Rohr an dieser Stelle eingeschnitten (ca. 2/3 des Umfangs), den Spalt leicht geweitet, dann die beiden Abschnitte zueinander gebogen und wieder komplett verschweißt.
Gutes Auspuffrohr
Der leichte Mangel an diesem Rohr ist eine Delle auf der Höhe der Befestigungslasche. An dieser habe ich ein kurzes Drahtstück (Schweißdraht 3mm) angeschweißt und versucht die Delle mittels meines Ausziehers herauszuziehen. Dies ist zum größten Teil gelungen - leider ist zum Schluss dann ein ca. 1cm² großes Stück des Rohres (an dem der Draht angeschweißt war) herausgebrochen. Soweit zur Qualität des Stahls nach den unzähligen Malen des Erhitzen und Abkühlens. Zum Glück ist das Stück nicht komplett abgerissen und konnte somit wieder mit dem Rohr verschweißt werden.
Selbst gefertigtes Auspuffrohr
Um das Rohr - mit welchem Verfahren auch immer - doch selbst zu fertigen, war es zunächst notwendig, zumindest halbwegs korrekt Maße zu erhalten. Eines bereits vorweg: jedes der mir vorliegenden, orignalen Rohren ist leicht unterschiedlich gebogen bzw. ist auch leicht unterschiedlich lang. Ich gehe davon aus, dass die beiden Bögen eigentlich 45° haben sollten. Weiters sollte der untere Bogen 60° von der gedachten Fahrzeugmitte nach außen weisen. Die Länge des Auspuffrohrs ist gerade so bemessen, dass bei Verwendung eines originalen Rohres, dieses die Abgase noch leicht auf die Frontlader-Konsole bläst. Möchte man dies verhindern, empfielt es sich, das Rohr etwas länger auszuführen. In beiden Fällen sollte man bedenken, dass das Auspuffrohr einen der tiefsten Punkte des Traktors darstellt!
Ich habe daher zu dem bereits gekauften Material noch zwei 45° Bögen erworben und dann die einzelnen Teile verschweißt. Das Material habe ich bei Custom & Speed Parts Autoteile GmbH bestellt - der Radius von 100mm der gebogenen Stücke kommt den originalen Auspuffrohren sehr nahe; der Rohrdurchmesser ist mit 50,8mm um 0,8mm größer, als beim Original. Erwähnenswert ist auch, dass der Flansch gerade nicht auf die beiden Stehbolzen passt - weitet man aber die Bohrungen des Flansches von 11,5mm auf 12mm, passt auch dieser!
Trotz all meiner Bemühungen, Längen und Winkel der einzelnen Abschnitte auf vernünftige Werte zu limitieren, ist es mir nicht gelungen, auch den Flansch perfekt im rechten Winkel an das Rohrstück anzusetzen. Hier musste ich ein wenig "schummeln". Ich denke aber, dass dies auch früher so gemacht wurde - würde es doch die erwähnte verbogene Verbindung zwischen Flansch und Rohr bei meinem ersten Auspuffrohr erklären bzw. die Tatsache, dass jedes Rohr ein wenig anders in seinen Abmessungen ist.
Bei diesem selbstgebauten Auspuffrohr werde ich das untere Ende nicht - wie bei den originalen Rohren - senkrecht abschneiden, um auch die letzten rund zwei (2) Zentimeter der Abgasführung noch auszunutzen.
Nachdem die mechanischen Arbeiten erledigt waren wurden die Rohre sandgestrahlt und mit Auspufflack beschichtet.
Ein weiteres interessantes Detail stellt die Befestigungsschelle am unteren Ende des Auspuffrohrs dar. Auch von dieser haben sich inzwischen vier (4) Stück angesammelt. Eine davon wurde ganz offensichtlich irgendwann einmal nachgebaut - sie ist ist aus dünnerem Blech gefertigt, dafür aber breiter. Die restlichen drei sind gleich breit (30mm), die Stärke des verwendeten Blechstreifen variiert (3mm, 3,5mm und 4mm) hingegen. Das Langloch zur Befestigung am unteren Motorgehäuse hilft zwar ein wenig, Toleranzen am Auspuffrohr auszugleichen, sieht man sich aber die unterschiedliche Biegung der Schellen an, wird schnell klar, wie unterschiedlich die Auspuffrohre gefertigt waren.
Da Auspuffrohre bekanntlich sehr heiß werden, möchte ich zwischen Rohr und Schelle ein hitzeisolierendes Band einfügen. Dieses wird also den Außendurchmesser des Rohres noch um ca. 2-3mm vergrößern, was eine neue Schelle notwendig macht.











