Sind der linke und rechte Achsschenkel des Steyr 288 montiert, kann mit dem Aufbau der Radnabe begonnen werden.
Zunächst wurde probehalber der Dichtungstopf auf den Zapfen aufgeschoben. Dieser besteht aus dem originalen Außenblech (pulverbeschichtet), einem neuen Filzring und einem neuen Innenblech. Festzuhalten ist, dass der neue Filzring äußerst fest am Zapfen sitzt!
Weiters habe ich zur Probe eines der originalen (inneren) Kegelrollenlager montiert. Dies lies sich problemlos und ohne jeglichen Kraftaufwand auf den Zapfen aufschieben bzw. auch wieder abziehen. Dies und der Umstand, dass es, trotzdem ich es ordentlich gefettet (mit einer Spritze auch zwischen die Rollen) habe, deutlich Spiel aufwies, hat mich dazu bewogen, alle vier (4) Kegelrollenlager der Radnaben zu ersetzen.
Radnabe assemblieren
Ich habe mich dazu entschlossen, das originale Blech des Dichtringstopfs (allerdings mit neuer Filzdichtung) wieder zu verwenden. Dieses hat bereits die drei (3) nötigen Körner, um fest auf der eigentlichen Radnabe zu sitzen. Es ist also nicht nötig die Körnerpunkte nach dem Anbringen neu einzuschlagen - der Lack bleibt unbeschädigt! Dafür muss der Dichtungstopf schon vorab auf die Radnabe aufgesetzt werden, da dafür doch auf Grund der bereits vorhandenen Körnerpunkte ein wenig Kraftaufwand nötig ist. Dies bedeutet aber auch, dass das innere Kegelrollenlager schon in der Radnabe eingesetzt sein muss.
Vor dem Zusammenbau sind alle Teile (Zapfen, Kegelrollenlager, Laufflächen in der Radnabe) ordentlich vorzufetten!
In einem ersten Schritt wird nun das innere Kegelrollenlager in die Radnabe eingelegt, dann der Dichtungstopf auf der Radnabe montiert. Im Anschluss wird die Einheit auf den Zapfen aufgeschoben. Das neue Kegelrollenlager lässt sich nicht einfach per Hand auf den Zapfen aufschieben - die Passung zwischen Zapfen und Lager ist noch etwas strenger, als beim alten Lager! Da das Lager in der Radnabe nicht fixiert ist, ist hier ein wenig Fingerspitzengefühl nötig, dass dieses möglichst gerade (nicht verkantet) am Zapfen anliegt. Nun wird das äußere Kegelrollenlager eingesetzt und die komplette Einheit mit der Kronenmutter gesichert. Es verbleibt noch ein deutlicher Spalt zwischen Dichtungstopf und Labyrinthblech.
Zieht man nun die Kronenmutter vorsichtig an, schiebt diese die komplette Radnabe samt den Lagern auf den Zapfen auf. Dazu ist kaum Kraftaufwand am Schraubenschlüssel nötig! In dem Moment, wo der Widerstand der Mutter plötzlich steigt, sitzt das innere Kegelrollenlager satt am Anlaufring auf! Spätestens jetzt ist die Beilagscheibe zwischen äußerem Lager und der Kronenmutter einzusetzen.
Ein wenig hat mich die Frage beschäftigt, wie fest die Kronenmutter anzuziehen ist. Dazu folgende Anmerkungen bzw. Überlegunen:
- Ein definitves Anzugsmoment konnte ich nirgends (Reparaturhandbuch, Werkstattdaten, etc.) finden.
- Je stärker die Schraube angezogen wird, desto höher werden die Kräfte die die Kegelrollen der Lager gegen ihre Lauffläche drücken - die Nabe lässt sich schwerer drehen bzw. steckt fest.
- Ist die Schraube zu locker, entsteht Spiel zwischen den Lagern und der Radnabe (Axialspiel).
- Das Anzugsmoment einer "normalen" M20x1,5 Schraubverbindung von über 700Nm darf hier auf keinen Fall angewandt werden!
Die Kronenmutter ist also so fest anzuziehen, dass Anlaufring, inneres Kegelrollenlager, Radnabe, äußeres Kegelrollenlager fest (spielfrei) aneinander sitzen, aber nicht aneinander gepresst werden.
Ich bin wie folgt vorgegangen:
- Kronenmutter handfest anziehen.
- Kronenmutter eine halbe Umdrehung lösen.
- Radnabe drehen und Drehbarkeit prüfen.
- Kronenmutter so lange anziehen, bis der Widerstand beim Drehen der Nabe zunimmnt.
- Kronenmutter etwas lösen, um den Widerstand wieder zu verringern.
- Radnabe auf Axialspiel prüfen.
- Kronenmutter versplinten.
Im Anschluss habe ich über Druckkopf-Schmiernippel solange Fett in die Radnabe eingepresst, bis dieses an der Außenseite des äußeren Lagers sichtbar wurde. Dafür war rund eine halbe Kartusche Fett nötig!
Zu guter letzt müssen die Radnabendeckeln mit einer neuen Papierdichtung (Wolf Dichtungen GmbH) versehen, montiert werden.




















