Als ich meinen Steyr 288 gekauft habe, war auf ihm eine Klepp Spiramatik Sitzkonsole verbaut. Die originale, von Steyr ausgelieferte Konsole war ja, wie bereits hier beschrieben, nicht besonders komfortabel, da sie eigentlich keine Federwirkung bot. Es ist daher verständlich, dass bereits in den 60er-Jahren der Wunsch aufkam, hier nachzubessern. Da die Spiramatik bereits damals angeboten wurde, sehe ich kein Problem mit der Orginalität und habe mich entschlossen, diese auch weiterhin zu nutzen.
Die Klepp Spiramatik meines Traktors wurde - wie bei vielen anderen Teilen - bereits überlackiert. Zumindest eine neue Lackierung war also nötig.
Ich habe zunächst die Konsole komplett zerlegt - auch um herauszufinden, wie die Federwirkung zustande kommt. In den beiden Verbindungsarmen, die den oberen und unteren Teil verbinden, sind in jedem Endpunkt Federpakete verbaut. Diese in Summe vier (4) Federpakete werden bei Belastung in den Drehpunkten in sich verdreht, wodurch die Federung entsteht.
Nachdem alle Teile neu lackiert waren, wurde die Konsole wieder zusammen gebaut. Leider habe ich festgestellt, dass die Federn bereits so verschlissen waren, dass die Federwirkung nicht mehr ausreichte - wenn ich mich (ca. 90kg) auf den Sitz gesetzt habe, ist die Konsole bis ca. 1cm über den Anschlagpuffer eingefedert. Jeder kleine Stoß hat mich dann aufsitzen lassen.
Es mussten daher die Federpakete ersetzt werden. Da die Klepp Fahrersitze GmbH selbst keine Ersatzteile mehr zu dieser Konsole anbietet (sehr wohl aber eine Ersatzkonsole, die mir aber zuweit vom Original entfernt ist), habe ich bei AALPHA-Steel-HandelsgmbH neue Federblätter bestellt. Jedes Paket besteht aus jeweils vier (4) Federblättern mit drei (3) verschiedenen Längen. Um die gesamt zwölf (12) Federblättern ist ein Draht gewickelt, um das Paket zusammenzuhalten. Der stufenförmige Verlauf passt exakt in die Endstücke des Parallelogramms.
Zunächst habe ich Federstahl mit 1,25mm Stärke bestellt, musste aber feststellen, dass dies um das berühmte "Äutzerl" zuviel ist - das letzte (zwölfte) Federblatt passte einfach nicht mehr in das Endstück. Ich habe dann Federstahl mit 1,2mm gekauft und siehe da, wenn man die Endstücke ordentlich reinigt (da darf wirklich nicht ein Staubkorn mehr drinnen sein) passt das Paket mit einer leichten Presspassung perfekt. Man benötigt
Federbandstahl, C75S, gk, h+a, wp; 1,20±0,01 x 12mm, vomCoil; 6 x 1m
Es sind also gesamt 6m, vorgeschnitten in 6 x 1m Stücke. Die tatsächlichen Längen habe ich dann selbst nach exakt den Maßen der Originalfedern abgelängt und die Ecken entsprechend abgeschliffen. Von den Originalpaketen habe ich eines zerlegt - nicht nur um die genauen Längen der Blätter zu ermitteln, sondern auch um den Draht der Umwicklung zu erhalten. Diesen habe ich dann für meine neuen Federpakete verwendet - allerdings nur jeweils ein paar wenige Windungen.
Einige Schwierigkeiten entstanden dadurch, dass die Endstücke bei der Aufnahme über die Jahrzehnte hinweg ein wenig "abgenudelt" waren. Aber mit ein bisschen Gewalt (Hammer) und Fett (Molykote BR2 plus) passte schlussendlich alles zusammen. Überhaupt sollte man die neuen Federpakete ordentlich einfetten, um Korrosion zu vorzubeugen.
Noch ein paar Worte zum Zusammenbau: ich hatte die Spiramaik ja schon einmal neu zusammengebaut - damals noch mir den originalen Federpaketen. War keine große Sache und ging innerhalb von Minuten. Mit den neuen Federpaketen habe ich sicher mehr als eine Stunden gebraucht! Warum? Um alles wieder richtig zusammenzubauen, muss man die Federn ein wenig vorspannen - genau so, dass die Bohrungen für die Schrauben fluchten. Was bei den alten Federn kein Problem war, war mit den neuen eine äußerst schweißtreibende Arbeit - vorallm fehlt einem immer eine Hand! Also am besten zu zweit arbeiten!!
Die Konsole habe ich zu guter Letzt dann nochmal sandgestrahlt und anschließen pulverbeschichtet. Auch ein neuer Anschlagpuffer wurde montiert und zum Schluß das gereinigte Typenschild mit Kerbnägeln befestigt.
Die Konsole federt nun bei meinem Gewicht nur ganz wenig ein und trotz allem Bemühen ist es mir nicht gelungen, am Anschlagpuffer aufzusitzen.






